das Studium der Theologie betr. 146
Uebcr die letzten Bücher heiliger Schriften darfich kurz seyn. Das Buch Esther halte ich füreinen Belag zu Beurkundung des Festes Purim,wie etwa die Juden in ihrer gewaltigen Entfernungvom Hofe und von den persischen Sitten, vielleichtauch schon in spaterer Zeit, die Geschichte, diesolches Fest veranlaßt hatte, überkamen. Die Grund-züge dieser Geschichte halte ich also für wahr, nurdaß sie hier ganz nach der Weise und VorstellungS-art der Juden erzählt ist, ob sic wohl Spuren per-sischer Sitten noch in sich traget. Daniel istdie Offenbarung Johannes im A. T.; ich müßtezuviel sagen, wenn ich etwas davon sagen wollte.
>— Esra und Ne hem in sind traurige Bücher,sowohl im Inhalt der Geschichte, als im Styl undTon der Erzählung. Armes Volk, wo war diejetzt die Zeit und der Geist Moses, Davids, Sa-lomo, Jesaias! Die Bücher der Chronik endlichsind eine nützliche Nachlese von dem, was außerden schon geordneten obigen historischen Büchernan Volks - und Reichsnachrichten, Chronologie u.dgl. übrig war, und man hier sorgfältig hinzuthat,
gen, philosophischen Ton ich manchen unserer christ-lichen Ausleger wünschte, haben Michaelisin seiner Uebersetzung und poetischen Paraphrase,Kleuker, Struensee, Döderlein einzelnoder im Ganzen das Ihrige gesagt; von den al-tern Commentatoren dieser und gesammtcr Bü-cher des A. T. werde ich späterhin im Zusam-menhang reden.
Herders Werke z. Nel. u. Theo!. IX. K