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Religion und Theologie Theil 9 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 1
Entstehung
Seite
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8 Briefe,

leicht ist auch noch dies ganze Studium, insonder-heit über das alte Testament, zu jung, als daß esreife Endurtheile gebe. Zehn oder zwanzig Jahreweiter, werden Sie und überhaupt wir alle aufanderer Stelle seyn, als wir jetzt sind. Wir wer-den manches kritische Gerüst weggeworfcn haben,weil die Wand des Gebäudes da ist, die erbauetwerden sollte; wir werden manches sicher annehmen,was uns jetzt noch mißlich dünkt, und werden unsdabei nicht übler finden. Bis dahin seyn Sie derBiene gleich, die ihren Honig von allerlei Blumensammelt; nur Honig sey's, was Sie sammeln,nicht Gift, nicht Unralh. Behalten Sie immerIhre kindliche Einfalt und Hochachtung gegen dieBibel, wenn Sie sie auch in den Händen IhrerKritiker zuweilen sehr entweiht sehen ; die Kritik hattedaran nur zufälliger Weife Schuld. Ein Sprach-meister und Ausleger sind zwei sehr verschiedene Ge-schöpfe, wie wir's ja bei so viel lausigen Sprach-mcistern neuerer Idiome sehen; diese können dieSprache venstehcn und den Autor ganz und garnicht; vor seinem schlichtesten Sinn, geschweige vorden Feinheiten desselben, hängt ihnen die Decke.So kannS und wirds wahrscheinlicher Weise mit denSprachmcistern der Bibel auch seyn, eben weil siedas älteste, schlichteste, umfassendste Buch ist; des-wegen aber bleibt Sprachmeister an sich (seine Starr-heit ausgenommen) eine gute, nützliche, unentbehr-liche Sache, ja im Grammatischen und in Kleinig-keiten der Kritik leistet oft seine Starrheit Dienste.Kurz, mein Freund, versäumen Sie nichts vomZubehör der Theologie und ihrem Gerüste; vergcs-