des Menschengeschlechts. 3 > i
Innerstes — alles gut! vortrefflich! ein Schatz derKennttiiße unsrer Zeit und die reife Erndke derJahrhunderte! Aber vor viertausend Jahren wardas ja nicht die Denkart des Morgenländers! Erwar nicht mit Maupertuis und Condamine umher-gezogen. Er hatte nicht mit Newton die Erde unddie Gestirne gewogen. Er wußte noch nichts vonGestirnen, die Sonnen und Kugeln waren: undwie harte ers vermuthen sollen, daß seine Erde essey? und daß sie auf ihren Mittelpunkt gelagertsey? O schonet ihn, schonet das Ohr der Kindheitder Welt mit Wahrheiten, die bei Hiob unter dieGeheimnisse Gottes gehören, und tretet mit ihmauf seine große, unermeßliche, feste, ewige Erd-flache: wer konnte sic messen? wer ihre Pfeiler wis-sen? wer hatte diese Pfeiler gesehn? und wer wardabei, da unter dem Freudcngeschrei der Morgen-sterne ihr Eckstein gelegt ward? Kurz! was warewiger, als die ewige Erde? Der Dichter beschriebsic schauderhaft genug: blicke nicht weiter! — da
hängt der Vorhang der Nacht!
Als die spatere Zeitfolge, der jüngere, vor-witzigere Orient die Weisheit des Dichters verkann-te , die solchen Vorhang der Finsterniß vorgewebthatte; als man ohngeachtet aller Schauer, die aufdem Meere der ewigen Nacht lagen, weiter ans-sehen wollte — welche Spekulation hat den mensch-lichen Geist mehr verwüstet als diese? was erdachtesich die morgenländische Einbildung, die nirgendsso gern, als im Unbegreiflichen, umherirret, fürSchöpfungen im ungeschaffnen, und für Ungeschaff-nes vor der Schöpfung? Was hat sie in diesem