des Menschengeschlechts. 71
Bräutigam aus seiner Kammer, und wie rin Heidzu laufen den Weg. Sie gehet auf an einem
Ende des Himmels, und lauft um bis wiederan dasselbe Ende, und bleibet nichts ihrem Glut-blicke verborgen. So war hier Adams Blick, AdamsLiebe. Er fühlt sich Mann am Busen seiner Man-nin, sich Barer, Mutter seine Gattin, schwebtauf den Flügeln des Worts Gottes empor „seyd„fruchtbar! ihr sollt euch mehren! ihr werdet füllen„die Erde mit Euresgleichen" und sieht sein ganzesGeschlecht auf den Schwingen dieses Worts. „Wiesoll das zugehen?" so dachte er noch nicht, ec zer-gliederte nicht, er glaubt und liebte. Und so saher auch nichts als Liebe, immer neue, immer bren-nende heilige Liebe, wie er sie jetzt fühlte: er sahdie Ehe seines Geschlechts rein. „Vater und Mut-„ler verlassen und hangen an seiner Männin, Ein„Fleisch" sein innias Jetzt war Zukunft, er sah,wo nichts war, und zweifelt und zergliederte nicht,was er sähe. „Wie war dem Adam, sagt Luther,„als er erwachte? Et hatte Eva nie gesehen und„kannte sie.' Der Geist war in ihm. — Der Geist„war in ihm, wie es Christus auslcgr bei Matkhco,„daß dies Gottes Wort sind und er damals voll„Gottes gewesen. Da spricht Gott in ihm." SoLuther: der edle keusche Mann schwingt sich aufFlügeln der Begeisterung Adams bis in jenes Leben,fühlt Erwachen und daß wir uns alle so kennen
werden, wie Adam Eva kannte*)-und wir
Gottesmanncr machen Adam für lauter Katechis-
*) Predigt über i Mos. 2 und Matthes. Predigt.