des Menschengeschlechts. 69
„Ich sorge, sogt Luther*), daß viel Ehclcut„sitzen bei einander, die wir für unehelich halten„(und viel mehr, die wir ehelich schelten und es„nicht sind) denn dieweil der ehelich Stand stehet„in einem Verwiegen zu einander" (und hangenaneinander, daß wer ein Weib ansichet, ihr zubcgekren, schon Ehebruchs schuldig scy vor Gott)„und Gott wunderlich ist in seinen Gerichten, will„ichs ihm lassen befohlen seyn." Ich auch. DasGebot ist im Paradiese gegeben, und, Menschen',Gott rächet die Menschheit.
Euch will ich anflchen, Vater des Menschen-geschlechts, Gesetzgeber, Richter, Weise: hört denersten Gesetzgeber, den menschlichsten Richter, denWeisen im Paradiese. Sein erstes Gesetz **) warAufopferung, Freude mit all seinen Kindern, Ge-fühl in jedem Neuverlobten, der die erste Knospeder Liebe genießet, Rettung, -.Freilassung, Segender Menschheit an der nothwcndigflen, lieblichstenStelle, Frciheitsbrief der Liebe und zugleich stärkstesSiegel der Heiligkeit der Ehe — das war sein Ge-setz. Mit Flamme des Herrn vermahlt' er, undwo die Feuerkette sich wand, sprach er: daß auch
*) Sermon vom Ehestand, LH. I. Jen. AuSg.
^*) Ir Stands SS SN edier, in destin)'. Das WortEhe ist in unserer altdeutschen Sprache dasStammwort aller Gesetze, Treue, Ordnung,Religion, Vertrage; in der neuern nicht also!All die Bedeutungen sind leider! veraltet. EinZug unserer Sprache wie aus dem Paradiese.