des Menschengeschlechts. §s
bewegen können, ein Sprachschöpfer, Thierregentund Naturwciser mit dem Blicke, mit der Theil-nehmung zu werden? Einsamkeit reizte, Liebe undSehnsucht gaben ihm Flügel: und doch entschlum-merte er über dem Werke. — Fordere nicht vomJünglinge, was Gott nicht fordert. Führe Lebenhinzu, das die Trägheit überwinde, und streueLiebe ins Herz, die die Seele ausbreite, so weitdie Welt ist.
Liebe und Sehnsucht schafft Thcilnehmung anAllem: sie macht Regenten, Schöpfer, Erfinder,Künstler, Weise. Ein Weib ists, die der Jünglingauch in stummen Seufzern und ungeformten Gestal-ten suchet: glücklich, auf seine Lebenszeit glücklich,wenn ein Vater, Freund, ein menschlicher Gott,unerkannt und ungesehen, dies Labyrinth des Her-zens so wendet, wie der erste Vater des Erstgebor-nen. Der Regent, der sein Land ansahe, wie wenner in jedem Unterhalt um einen Zweig der Seligkeitbuhlte, der ihm noch fehlet: ein Schüler der Kunstund Weisheit, der sich in jedem übenden Schritteseine Braut suchte — der Glückliche lebte noch inrParadiese! —
Der ermattete Sucher entschlaft. So war auchim Paradiese schon der Schlaf des Kummers Linde-rer, wie Kummer damals seyn konnte. Und dochhat jemand, trotz deS lichten Buchstabens, dem Pa-radiese die süßeste, unschuldigste Gabe, den Schlaf,gelaugnet!*)
*) Garrey Geschichte des Schlafs,