und Homilicn. 233
Wie seinen Neigungen?
Die Neigungen streben nach Wohlseyn (Glück-seligkeit). Die Religion, indem sie zu dem Glau-ben an Gott führt, der für das Wohl aller Wesensorgt, wird sie auch eine Regel, unsere Neigungenzu diesem Zwecke zu ordnen.
Wie seinem Gcmüthe und inner» Glücke?
Ohne Religion kann das Gcmüth nicht ruhigund heiter seyn. Ein verwirrter Verstand und einregelloser Wille sind sich selbst die größeste Strafe.Innere Vorwürfe sind die größeste Qual.
Ist sie jedem Stande unentbehrlich?
In jedem Stande sind Pflichten zu erfüllenund die Religion macht gewissenhaft in Pflichten,ohne welche kein Stand ist.
Was fehlt einem Menschen ohne Religion?
Gewissenhaftigkeit.
Was entbehrt er?
Inneres Glück.
Vor welchem Richterstuhle steht Religion?
Vor dem Richterstuhle unsers Gewissens, mit-hin vor Got allein
Muß man über Religion streiten?
Nein, Religion ist innige Gewißheit. UeberMeinungen streitet man. Meinungen über Reli-gion sind nicht Religion selbst; vielmehr wird mandurch Streit über diese von wahrer einfacher Reli-gion abgeleitet.