Herders Leben
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wollte mit Gewalt durchdrücken und — das Instru-ment brach! — Die Operation wurde zweymalwiederholt, ohne zu gelingen.
Um die Milte Octobers schrieb er darüber anseine Braut: „Morgen sollen die Präparationen zurKur meines Auges anfangen. Heute ist der Schadesondirt, gar nicht gefährlich gefunden; die Kur istsauch ganz und gar nicht, und ich sehe ihr also zuEnde folgender Woche mit Ruhe und neuer Hoff-nung entgegen. Die Operation hat eigentlich mitdem Auge nichts zu tbun, sondern ist nur am Auge;sic kann, im Fall sie auch nicht hülfe, wenigstensnicht schaden, und meine Seele weissaget mir eigent-lich auch gar nichts Böses. Nur ists vielmehr nochimmer, als wenn nichts daraus werden sollte, mirin der Ahndung; und das macht mich auf den Aus-gang eher neugierig als furchtsam erwartend. Es istüberhaupt mit meinem Auge sonderbar gegangen,jetzt ists zum siebentenmal, daß ich mich auf eineOperation fertig mache, in Preußen, in Riga, inFrankreich, in Hollstein, immer wurden Versucheund Anstalten gemacht; ein paarmal habe ich schongesessen und der Operalor stand schon bereit, undimmer kamen zum Theil wunderbare Zwischenfalledazu, die meine schöne Zubereitungen, oft von einemVierteljahr her, vergeblich machten. Dich sonderbareSpiel von Umstanden macht mich, da ich überhauptin meinem Leben eine gewisse frappante Aehnlichkeitwiederkommendcr Umstande bemerke, auch für jetztzweifeln, ob nicht wieder so eine Hand aus denWolken sich zwischen das Instrument und Mein Augeplötzlich stelle und rufe: „Du sollst nicht!" —