6o Herders Leben
der Reise, als pvsr kusiicoiiis a^nas verharre ichmit der dankvollesten Hochachtung
Eurer ic.
ergebenster Diener
Herder.
Schon zu Anfang des Jahrs 176b gieng Lind-ner als Professor nach Königsberg, und Herderkonnte also nur noch kurze Zeit mit ihm in Rigazusammen seyn, schrieb aber in der Folge vonRiga aus öfters an Lindner in Königsberg, der imJahr 1776 dort starb.
Noch vor seiner Abreise mußte Herder inKönigsberg die erschütternden Scenen einer amri. November 1764 ausgebrochcncn verbeeren-den Feucrsbrunst erleben, und trennte sich we-nige Tage nachkcr von seinen dortigen Freunden,um in seine neue Stelle in Riga einzukreten. MitSchaudern hörten ihn die Seinigen in der Folgeoft, von den schrecklichen Wirkungen der 5 — 6Tage lang fortwütbenden Flammen erzählen, undvon dem tiefen Eindruck dieser Schreckens-Bilderauf fein zart empfindendes Gcinüth, zeugt seinG.dicht: „die Asche Königsbergs" als
bleibendes Denkmal.
Kurz vor feinem Abzug wurde ibm von demdortigen Militär-Gericht ein Eid abgefordcrt: „Zu-
*) Band 3i> S. roh.