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I. Vom Erhabnen.
und weiß von keinem Bestreben voll bestürzter Ver-legenheit, das Vollständige noch großer zu machen,ein Maximum zu erweitern. Aus Eontorsionendieser Art würde auch nie ein „rührendes Wohlge-fallen " werden. Bei den Gebäuden der Alten,dem Pantheon, dem Colisaum, dem Grabe derMctella u. f. ists ein Gleiches, vielleicht noch ineiner höheren Art. Und o, wer einen Tempel Ju-piters, wer seine Bildsäule zu Olympia sehen konn-te ! Der flatternden Einbildungskraft waren da ge-wiß die Schwingen gebunden; erfüllt vom Anblickdes Gottes, stand der Grieche anbetend. Unsre nor-dische Phantasie je kurzgcspannter und unkräftigcr,desto unruhiger regt sie ihre Flügel, und wähnt sichan der Decke des Olympus, sie mit einem Flügcl-schlage zu durchbrechen. Das wahre Gefühl desErhabnen kennt diese Unruhe nicht; es hebt undweitet sich mit seinem Gegenstände, bis es ihn um-faßt; nun ruhet es, wo nicht wie der Adler aufJupiters Sccpter, oder wie die ihn krönende Siegs-qötkin, so wie Eine der Gestalten am Fuß seinesThrones.
„Frage." 12
„Wenn das ästhetische Urtheil über das Erha-bene rein, (mit keinenk teleologischen als Vernunft-urthei! vermischt) und daran ein der Kritik der ästhe-tischen Uriheilskraft völlig aupafsendes Beispiel ge-geben werden soll, so muß man nicht das Erhabnean K u n s t p r o d u k te n, z. B. Gebäuden, Säu-len u. s. w. , wo ein menschlicher Zweck die Formsowohl als die Größe bestimmt, noch an Natur-dingen , deren Begriff schon einen bestimmten