In den allen Schriften der ebräischen Nationz. B. waren schöne Wünsche und Entwürfe für dieZukunft gepflanzet. Hoffnungen eines großen Lichts,das allen Völkern einfachen, eines Bandes der Freund-schaft, das alle Nationen umfassen sollte, einer Re-ligion, die ins Herz geschrieben, eines goldnenFriedens, an dem Alles theilncbmen würde, glänz-ten wie eine Mocgenrökhe. So bald man in diesenEntwürfen und Ahnungen den Geist des Weissagen-den, seinen Zweck und die herrschende Gesinnung derRede verkannte, als man sich an den Buchstabenhing, und die Erfüllung förmlich bestimmte; dakamen Thorheiten ans Licht; Träumereien, mit de-ren Zeder man um so weiter vom Sinn der Weis-sagung abwich, je förmlicher man bestimmte.
Nicht anders warS im Christenthum, als manauf die sichtbare Ankunft des Herren hoffte.In allen Schwarmersekten, die Las tausendjährigeReich zu Stande bringen wollten , wars nicht anders.Mit mancher neuen Philosophie, fürchte ich, iflseben also. Wie nahe der Erfüllung har man sichbei manchen Systemen geglaubt, und wie schrecklichward man betrogen! Die glanzende Höhe, die mandicht vor sich sah, rückte weiter und weiter. Dagibt der Getäuschte dann alle Hoffnung auf und laßtdie Hände sinken. —
Verbreiter guter Gesinnungen, schadet ihnen,schadet euch selbst nicht durch Bezeichnung einesAeußern, das blos von der Zeit und von Umstan-den bestimmt werden kann! Pflanzt den Baum;ec wird von selbst wachsen; Erde, Luft, Sonne