der Humanität. 271
den frechen Uebertreter fremder Rechte, den Zer-stohrer fremder Wohlfahrt, den kecken Beleidigerfremder Sitten und Meinungen, den prahlendenAusbringer seiner eignen Vorzüge an Völker, diediese nicht begehren. Unter welchem Vorwände Je-mand über die Grenze tritt, dem Nachbar als einemSklaven das Haar abzuscheeren, ihm seine Götteraufzuzwingen, und ihm dafür seine Nationalheilig-thümer in Religion, Kunst, Vorstellungsart undLebensweise zu entwenden; im Herzen jeder Na-tion wird er einen Feind finden, der in seinen eig-nen Busen blickt und sagt: ,,wie? wenn das mirgeschähe?" — Wachst dies Gefühl, so wird unver-merkt eine Allianz aller gebildeten Na-tionen gegen jede einzelne anmaßende Macht. Aufdiesen stillen Bund ist gewiß früher zu rechnen, alsnach St. Pic.rre auf ein förmliches Einvcrständ-niß der Cabinette und Höfe. Von diesen darf mankeine Vvrschritth erwarten; aber auch sie müssenendlich ohne Wissen und wider Willen der Stim-me der Nationen folgen.
Sechste Gesinnung.
Ueber Handelsanmassungen.
Laut empört sich das menschliche Gefühl gegenfreche Anmaßungen im Handel, sobald ihm unschul-dige stöhnende Nationen um einen Gewinn, der
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