der vergangenen Jahrhunderts.
nicht klein, wenn man sie nach Menfchcnweise be-trachtet? Vollends wenn man sich dabei) in denKampf der Scholastik über Natur und Gnade ein-laßt — kurz, Leibnitz System war zu fein genom-men. Er konnte aus ihm alles beantworten; aberdas Gebäude selbst schwebte an dem leisen Fadender Convcnienz angenehm, reich, zierlich, alsPoesie in den Lüften.
Nicht zu verwundern wars also, daß die Eng-länder an dieser feinen Dichtung keine Gnügefanden, und bey sinnlichern Vorstellungen, Key ihresNewtons leerem Raum als einem .Organ (ssnsori-uin) Gottes, bey dessen periodischem Uhr-Aufziehender Welt u.f. blieben. Noch weniger ließen sich diePlatonisten, die Mystiker, Magiker, Spinozi-sten u. s. aus der Empfindung treiben, daß dieWelt Ein Ganzes sey, auch in Dem, was wirMaterie nennen, von Einem Geiste belebet. DieEndursachen, die Leibnitz bey seinem Grundsatz deszureichenden Grundes oft glücklich anwandle, dünk-ten ihnen doch nur ein menschlicher Gesichtskreis,da im Unendlichen Alles Allem nicht anders als Mit-tel und Zweck seyn kann; kürzere Endursachen sindIdeen eines endlichen Künstlers.
Leibnitz wünschte, daß Fraguier von seinemSystem ein Gedicht wie Lukrez und Polignac schrie-be; er munterte ihn dazu durch seinen Freund Re-in ond in eignen lateinischen Versen auf. Fra-guier hat es nicht geschrieben; wer kennet nichtaber U z Theodicee ? Einer der schönsten Lehrgesan-ge unsrer Sprache.