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Zur Philosophie und Geschichte Theil 9 (1820) Adrastea ; 1
Entstehung
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des vergangenen Jahrhunderts. 37 3

aber fort und fort, Wahrheit. Laut riefen gegendas Ende des siebenzehnten mit dem Anfänge desachtzehnten Jahrhunderts die verschiedensten Stim-men gegen die Verderbnisse aller Kirchen*). Derplumpen Barbarey im Entscheiden, Herrschen, Ab-sprachen , Verlaumdcn und Verfolgen, die unter demNamen Orthodoxie das vergangne Jahrhundert be-fleckt, und Viele zur römischen Kirche zurückgescheuchthatte, ward man allgemach müde; das Disputirenselbst verlor seinen Werth, sobald man einsah, daßman über nichts disputire, und Sprache sowohl alsSeelenkrafte vergebens scharfe. Was öffnete denMenschen hierüber die Augen? Die Bibel. Alsdurch die sogenannte Pietisten die Schrift populärerin Gang kam, mußte man bald sonnenklar einsehn,daß in einer Religion Christus und seiner Boten,wie diese dachten und schrieben, cs aufs Disputirenund Subtilisiren der Begriffe weder angesehen, no'changelegt sey, daß Inhalt und Gestalt ihrer Schrif-ten ein Spinnengewebe feinen Raisonnements kaumzulassen, viel weniger fodern oder ancmpfchlen, viel-mehr verbieten und versagen. Je mehr man alsoin Kenntniß der Originalsprachen alten und neuenTestaments fortschritl, und den schlichten Ursinn desZeitgcbrauchs jener Idiome kennen lernte, in denendiese Bücher voreinst geschrieben waren; desto mehr

") Die sogenannten Pietisten, Enthusia-sten, Fanatiker, Schwärmer; mit wel-chem verunglimpfenden Namen man damals auchdie würdigsten Männer nannte.