3o2 V. Die Großen
Jungfräuliches Antlitz Karls! wenn ich Dich inDeiner Todtcnmaske, die Kugel in der Stirn, be-trachte , und daran denke, wie viel unselige MüheDu Dir, wie viel Unglückliche Du wider Willengemacht bast, wer beneidete noch das Schicksal, zueinem unumschränkten Herrscher gebohren zu seyn,und jugendlich das Glück zur Freundin gehabt zuhaben? Sie lockt und verlockt, die falsche Göttin;festen Charakteren zumal ist sie gefährlicher als schlüpf-rigen, leichten!
Eintritt Karls des Zwölftenin die Walhalla,
Als Gustav Adolph aus dem Sterngezett(Auch droben war er noch um Schwedens WohlBekümmert) niedersah in dunkler Nacht,
Hört er die Kugel, die vor FriedrichshallDie ehrne Stirn des Königs traf. „Er fällt,
Sprach er, wie ich, von des Verräthers Hand;
Ich will entgegengehn den Kommenden."
Betäubt, doch unerschüttert nahte KarlDem Ueberirdischen, die Hand am GriffDes Degens, halb gezuckt. „Laß diesen da;
Sprach Gustav, hier, hier ist das Land der Ruh,Die lebend Dir versagt ward, und Du andernVersagen mußtest. Sohn, wie lassest Du