arü I. Begebenheiten und Charaktere
wohl als von blinder Vorsicht beseelt, weil sie eineeingeschränkte Kirche waren; in dem Allen waren sieder herrschenden Kirche sittliches Vorbild.Nehmt diesem Gewölbe sein Gegengewicht; cs tragtsich nicht mehr; es sinkt und sinkt, bis der Sturzfolget *).
Der Sturz ist erfolgt am Ende des Jahrhun-derts: denn das ganze Sakulum hindurch sank dieFranzösische Klerisey tiefer und tiefer. Sie hattekein Gegengewicht, keine Vor- und Mitciferer, dieihr das wahre Ziel der Geistlichkeit, die Seelenpflegeder Nation, mit protestantischem Blick und Muthvor die Stirn rückte. Die refocmirte Geistlichkeit,mit dem sogenannten dritten Stande oder vielmehrmit beyden Eins, konnte sich nie als den erstenStand des Reichs geberden; vielmehr seit sie vomzweyten Stande, der nach Ehren- und Hofamternstrebte, immer mehr verlassen ward und keine Hein-richs, keine Coligny's sich zu ihr bekannten,schlang sie sich an den dritten Stand fester. Dage-gen schlummerte unter und auf seinen Bischofshütender hohe Französische Klerus unter schwachen Regie-rungen ein Jahrhundert hin sorglos, mehrte Dccenz,Laster und Schulden, bis die gemeinsame Meynunq,die er so lange grausam-albern unterdrücken wollen,laut gegen ihn ausbrach. Zum Widerstande fandsie ihn (ohngcachtet es da und dort wackre Geistlichegab) unfähig, von Ruhe erschlafft, in Anstand undUeppigkeit versunken. Weder schreiben noch sprechenkonnten sie mehr, wie cs jetzt erfordert ward; ein
) Rom als Karthago fiel.
M.