inF I. Begebenheiten und Charaktere
Dem Schönen, das die ganze Welt dir zeigt,Geh spähend nach, bis es dein Trieb erreicht.Vornehmer Geiz! So muß man Schätze häufen!Schwingt sich zu Gott dein tiefes Lob empor,
Dann stelle dir erst alles Schöne vor;
Nie kannst du Gott dir allzuschön begreifen.
Verlasse nie die Kette der Natur;
An jedem Ring strebt jede KreaturZum Wbestand mit andern um die Wette.
Doch schlummre nie bey einzeln Ringen ein;
Dein Ruhplatz soll nur bey dem letzten seyn,
Den Gott selbst halt, der Herr der ganzen Ketre.
Die größte Pein fließt aus uns selber her.Zufrieden seyn ist lange nicht so schwer,
Kein träger Wunsch macht blöde Krämer reich; -Des Menschen Kraft ist seinem Willen gleich,
Im Fall er sucht, was Menschen suchen sollen.
Muth wohnt nicht nur, da wo man blutig kriegt;Wir kämpfen all'; wer nie verzagt erliegt,
Kann leicht so viel und mehr als Cäsar leisten.
Da wahre Treu die Lugend ganz verehrt,
Und Tapferkeit zur Lugend mitgehört,
So stehe fest: denn Hoffnung stärkt den Dreiste»^
Zween meide so, wie man der Pest entweicht,
Erst einen Held, der vor dem Tod' erbleicht,
Als Freygeist prahlt, und Lastern sklavisch fröhnet;Dann den Zelot, der jauchzend Ketzer macht,
Die Lugend rühmt, und bey sich selbst verlacht.
Der nie dem Recht, als am Gerechten höhnet.