i63 I. Unternehmungen d. vergang. Jahrhunderts
Horst. Vielleicht weil es Züge der wakiren Ge-schichrc ihrer Gesellschaft enthalt, die mit jener frem-den verwebt sind. Ich mag in Sachen so ungewisserArt nie zu strengte urrheilen.
Faust. Und d i e Züge sondert niemand?Wahrheit und Lüge, Schein und Scyn niemand?Die Gesellschaft laßt einen Sclsimpf auf sich, dersie in den Augen der Welt entweder als Blödsinnigeoder als Täuschende darstcllt! Wer tritt gern in sol-chem Verdacht auf? und wenn ers zu seiner Zeitthun mußte, welcher honette Mann sucht nicht dieerste, beste Gelegenheit, das falsche Licht zu zerstreuenund sich auch nur vom Verdacht eines maskirtenTruges loszusagen? Aus öffentlich - geführten Strei-tigkeiten weißt Du, Horst, zu welchen elenden Hy-pothesen diese Maske Gelegenheit gegeben und mitwie schlechten Schriften die Welt durch diese Irre-leitung überschwemmt worden. Zu den Aegvptischcn,Griechischen, gar Hebräischen, Persischen, IndischenGeheimnissen, zu den Druiden selbst hat man seineZuflucht genommen, und sie zur Freimäurei gemacht,so wie man denn auch die guten Maurer zu E s-feuern und Gnostikern, zu Manichäern,Pelagianern, zu Jesuiten sogar zu machensich nicht eurblödet hat. Die Welt ist satt dieserVerdrehungen alter und voriger Zeiten; und wer istdaran Schuld, als die Gesellschaft selbst mit ihrerräthselhaften Geschichte?
Horst. Wer liefet solche Schriften?
Faust. Eine Menge. Bedenke, daß es Tau-sende der Gesellschaft gicbt, die lesen , die von ihrem