historisch-philosophischer Schriften. 365
Wenden wir unsern Blick nach Indien, welcheWelt von Aufklärungen bietet sich uns dar, die unsdas Jahrhundert geschenkt hat; möchten sie einigcr-masscn auch den Jammer ersetzen, den die Euro-päer jenen Gegenden gebracht haben, und aus jenenGegenden sich selbst bereiten. Doch warum wollenwir den bösen Pfuhl 'enthüllen, auf dem diesmalschöne Blumen wuchsen.
Portugiesen und Spanier, Holländer, Englän-der und Franzosen, Dänen und Deutsche hatten unsbisher über Ostindien viel und mancherlcy gesagt;von ostindischen Sprachen waren auch Alphabete bey-gebracht, und aus dem Malaharischen, Tamulischen,Siamschen war manches übersetzt worden; durchWilkins, Chambers, die Scotts, Hal-hed u. f. thut sich uns ein neues Reich auf. Ein-zig schon Wilhelm Jones, wahrer Präsident derAkademie zu Calcutta, hat mit einem Glück,das Wenigen begegnet, Dinge zuwege gebracht, dieAndern verboten bleiben. Ihm war die Sakon-tala, eine Blume des Paradieses gebracht, under verpflanzte sie zwanglos schön; *) o hatte er al,les Indische so überseht, und sich der elenden eng-lischen Neimkunst entladen So gab er die Gi-
ta-Govinda, den Menu — und was würdedieser unermüdet - eifrige, rüstige, vielgelehrte, treff-
") Ins Deutsche gleichmäßig schön übersetzt von Ge-org Förster, von ihm auch mit lehrreichen An-merkungen begleitet.