historisch-philosophischer Schriften. 199
kein seinen Weg gebahnt habe. Lambert *) hatdas Phänomenen so weit ausgebreitet, daß er denOcean wie einen Strom betrachtet, der am östlichenAsien einen Weg bei Kamtschatka hinauf und unterNeuhölland hinunter genommen, bis der obere Armsich mit dem atlantischen, der andere mit dem stil-len Meer begegnet, und beide sich in dieselbe ergos-sen haben. So unausgearbeitet Lambert diese Hy-pothese gibt, indem er einen widersinnig-fließendenStrom des Weltmeers nicht erklärt, ihn auch gegenden Anblick der Küsten über seine Schranken trei-bet; so fehlt es der Hypothese dennoch nicht anWahrheit. Einmal muß das Meer, nur nicht alsStrom, sondern als Ueberschwemmung, einen sowidernatürlichen Weg genommen haben, wie alleBuchten des östlichen Asiens und der Herabstrom desatlantischen Meeres zeigen. Daß noch jetzt die Nord-see hoch stehe, beweiset Holland, das sich kaum mitseinen Dämmen schützt. Auch ist die Fahrt auf dematlantischen Meer mit dem beständige» Nordostwindeviel schneller hinunter, als hinauf; dagegen an denKüsten von Guinea, Angola, Kongo, zumal imsüdlichen Amerika der Südwind herrschet. Waswar nun die Ursache, warum sich alle Busen dessüd - und östlichen Asiens südwestlich, die Busen desnördlichen Asiens, ja die ganze westliche Küste vonEuropa, Nordamerika und Afrika nordwestlich bilde-ten, bis der atlantische Strom beim Mexikanischen
*) lVleinoire äs l'elsaäsmis äs Berlin, snnäs1767. x. 25.