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I. Gallerie
Abermal ein Erempel, daß die Erstgeburt der Söh-ne Deutschlands, wie durch ein grausames Schick-sal, dem Würgengel zur ersten Beute bestimmt zuseyn scheinet:, daß Genie zu haben, beynahe eintödtliches Geschenk, oder eine Auszeichnung zum frü-hen Tode sey: denn wenn die Würdigen unsres Va-terlandes sich nie erkennen, so finden sie sich an denPforten, eines zu frühzeitigen Grabes.
Einer jeden Elaste von Lesern, werden hier an-dre Namen beifallen: ich nenne drey, die ich vor-
züglich hedaure. Alex. Gottl. Baumgarten,Joh. Dav. Heilmann, Thomas Abbtrfreylich drey Männer aus verschiedenen Feldern,von verschiedenen Talenten und Verdiensten; alleinhier rücken sie leider! in einen Gesichlspunct. Dasic alle drey Schriftsteller meiner schönsten Stundengewesen: alle drey in ihren wenigen Schriften ge-
diegene Goldstücke, stakt leichter klingender Scheide-münzen dahin zahlen: alle drey der Barbarei), derDunkelheit,, und weiß Gott! wessen mehr beschul-digt sind; so wollte ich zu, ihren Häuptern ein ge-meinschaftliches Denkmal errichten, so gut ich könn-te : ein Denkmal aus ihren eigenen Materialien.
Das Gemälde über Baumgartens und Heil-manns Schriften stelle ich nicht zur öffentlichenSchau aus: jenes, weil es dem Geiste seines Ur-bildes nicht entsprach : dieses, weil, ich nicht gerndie unverdiente Ehre haben möchte, in ein Ketzerlexi-eon verdammt zu werden, weil ich einen Ketzer zuloben mich unterfange. Nur von Abbt wollte ichmeine Stimme, so schwach sie auch wäre, nicht un-terdrücken : ich sähe seinen Schatten vor mir, der