204 Ideen zur Philosophie
kenden und lebendige» Kräfte der Weltschöpfung.Keine Kraft kann untergchen; denn was hieße es:eine Kraft gehe unter ? Wir haben in der Naturdabon kein Dcyspicl, ja, in unsrer Seele nicht ein-mal einen Begriff. Ist cs Widerspruch, daß EtwasNichts sey oder werde: so ist es noch mehr Wider-spruch, daß ein lebendiges, wirkendes Etwas, indem der Schöpfer selbst gegenwärtig ist, in dem sichseine Gottescraft ein wohnend offenbaret, sich inein Nichts verkehre. Das Werkzeug kann durchäußerliche Umstande zerrüttet werden; so wenig aberauch in diesem sich nur ein Atom vernichtet oderverlieret, um so weniger die unsichtbare Kraft, dieauch in diesem Atome wirket. Da wir nun Keyallen Organisationen wahrnehmen, daß ihre wirken,den Kräfte so weise gewählt, so künstlich geordnet,so genau auf ihre 'gemeinschaftliche Dauer und aufdie Ausbildung der Hauptkraft berechnet sey : so wärees Unsinn, von der Natur zu glauben, daß in demAugenblicke, da eine Kombination derselben, d. i.ein äußerlicher Zustand aufhört, sie nicht nur plötz-lich von der Weisheit und Sorgfalt abließe, dadurchsie allein göttliche Natur ist, sondern dieselbe auchgegen sich kehrte, um mit ihrer ganzen Allmacht,(denn minder gehörte dazu nicht,) nur einen Theilihres lebendigen Zusammenhanges, in dem sie selbstewig thatig lebet, zu vernichten. Was der All-belebende ins Leben rief, lebet: was wirkt, wirkt inseinem ewigen Zusammenhänge ewig.
Da, diese Principien weiter auseinander zusetzen, hier nicht der Ort ist: so lasset uns sie blosin Bcyspielen zeigen. Die Blume, die ausgcblühethat, zerfällt; d. i. dies Werkzeug ist nicht weiter