Der Geschichte der Menschheit. i5c
da diese Form des Kopfs, diese' Ausbreitung desGehirns in seine weiten und schonen Hemisphäre,mithin die innere Bildung zur Vernunft und Frey-heit nur auf einer aufrechten Gestalt möglich war,wie das Verhaltniß und die Gravitation dieser Theileselbst, die Proportion ihrer Warme und die Artihres Blutumlaufs zeiget: so konnte auch aus die-sem innern Verhältnisse nichts anders, als die mensch-liche Wohlgestalt werden. Warum neiget sich dieGriechische Form des Oberhaupts so angenehm vor?weil sie den weitesten Raum eines freycn Gehirnsumschließt, ja auch schöne, gesunde Stirnhöhlen ver-rath, also einen Tempel jugendlich-schönerund reiner M e n sc h e n ged ank e n. Das Hin-terhaupt dagegen ist klein: denn das thierische aera-dolluin soll nicht übcrwiegen. So ist's mit denandern Theilen des Gesichts; sic zeigen als sinnliche.Organe die schönste Proportion der sinnlichen Kräftedes Gehirns an; und jede Abweichung davon istthierisch. Ich bin gewiß, daß wir über die Zusam-menstimmung dieser Theile einst noch eine so schöneWissenschaft haben werden, als uns die blos erra-thende Physiognomik schwerlich allein gewahren kann.Im Innern liegt der Grund des Aeußern, weildurch organische Kräfte alles von innen heraus gebil-det ward, und jedes Geschöpf eine so ganze Formder Natur ist, als ob sie nichts anders geschaffenhatte.
Blick also auf gen Himmel, o Mensch! underfreue dich schaudernd deines unermeßlichen Vorzugs,den der Schöpfer der Welt an ein so einfachesPrincipium, deine aufrechte Gestalt, knüpfte. Gin-gest du wie ein Thier gebückt, wäre dein Haupt in