der Geschichte der Menschheit. 121
'jenen war im Kopf wenig Gehirn: dies lag imRückenmark längs hinunter, und jedes Ncrvcnknöl-chen war ein neuer Mittelpunkt der Empfindung.Die Seele des kleinen Kunstgeschöpfs war also iwsein ganzes Wesen gebreitet. Je mehr das Geschöpfan Willkühr und Verstandesahnlichkeit wachsen soll,desto größer und hirnreicher wird der Kopf: die drcyHaupttheile des Leibes treten in mehrere Proportiongegen einander, da sie bey Jnsecten, Würmern u. f.noch gar verbaltnißlos waren. Mit welchen großen,mächtigen Schwänzen schleppen sich noch die Am-phibien ans Land: ihre Füße stehen unförmlich aus-einander. In Landthieren hebt die Natur das Ge-schöpf: die Füße werden höher und rücken wehr zu-sammen. Der Schwanz mit seinen fortgesetztenRückenwirbeln schmälert und kürzt sich; er verliertdie grobe» Muskelkräfte des Krokodills, und wirdbiegsamer, seiner, bis er sich bey edlcrn Thierengar nur in einen haarigen Schweif ändert, unddie Natur ihn zuletzt, indem sie sich der aufrechtenGestalt nähert, gar wegwirft. Sie hat das Markdesselben höher hinauf geleitet und an edlere Thcileverwendet.
6 . Indem die bildende Künstlerin also dirProportion des Landthiers fand, diebeste, darin diese Geschöpfe gcwisse Sinnenund Kräfte g c me in sc ha ft l i c h üben, undzu Einer Form der Gedanken und Em-pfindungen vereinigen lernen: so ändertesich zwar nach der Bestimmung und Lebensartjedweder Gattung auch die Bildung derselben, undschuf aus eben den Thcilcn und Gliedern jedemGeschlecht seine eigne Harmonie des Ganzen, mit-