Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 3 (1820) Ideen ; 1
Entstehung
Seite
117
Einzelbild herunterladen
 

der Geschichte der Menschheit. 117

zum Gebrauch mehrerer Werkzeuge und Gliederhinauf vrganifirt, und diese können fehlen. Dasgesunde, mächtige Zusammenstimmen derselben zuEinem Zweck macht Fertigkeit,, sobald das aus.gebildete Geschöpf da. ist.

Wir sehen also auch, warum, je höher dieGeschöpfe steigen, der unaufhaltbare Trieb, so wiedie irrlhumfreye Fertigkeit abnehmc? Je mehrnämlich das Eine organische Principium der Natur,das wir jetzt bildend, jetzt treibend, jetzt em-pfindend, jetzt künstlich bauend nennen, undim Grunde nur Eine und dieselbe organische Kraftist, in mehr Werkzeuge und verschiedenartige Glie-der veetheilt ist, je mehr es in jedem derselben eineeigne Welt hat, also auch eignen Hindernissen undIrrungen ausgcsetzt ist, desto schwacher wird derTrieb, desto mehr kömmt er unter den Befehl derWillkühr, mithin auch des Jrrthums. Die ver-schiedncn Empfindungen wollen gegen einander ge-wogen, und dann erst mit einander vereinigt seyn:lebe wohl also, hinreißender Instinkt, unfehlbarerFührer! Der dunkle Rcitz, der in einem gewissenKreise, abgeschlossen von allem andern, eine ArtAllwissenheit und Allmacht in sich schloß, ist jetzt inAeste und Zweige gesondert. Das des Lernens fä-hige Geschöpf muß lernen, weil es weniger von Na-tur weiß: es muß sich üben, weil es weniger vonNatur kann; es hat aber auch durch seine Fort-rückung, durch die Verfeinerung und Vertheilungseiner Kräfte neue Mittel der Wirksamkeit, mehrereund feinere Werkzeuge erhalten, die Empfindungengegen einander zu bestimmen, und die bessern zuwählen.. Was ihm an. Intensität des Triebes ab-