il2 Ideen zur Philosophie
tätlich angeborne Fertigkeiten annehmcltzu müssen, die weiter keine Erklärung leiden. Ichglaube dos letzte nicht: denn die Zusammensetzungder ganzen Maschine mit solchen Und keinen andernKräften, Sinnen, Vorstellungen, und Empfindun-gen, kurz die Organisation des Geschöpfsselbst war die gewisseste Richtung, dievollkommenste Determination, die die Na-tur ihrem Werk eindrücken konnte.
Als der Schöpfer die Pflanze baute, und die-selbe mit solchen Thcilcn, mit solchen AnziehungS-und Verwandlungskrästen des Lichts, der Luft, undandrer feinen Wesen, die sich aus Luft und Wasserzu ihr drängen, begabte; da er sie endlich in ihrElement pflanzte, wo jeder Theil die ihm wesent-lichen Kräfte natürlich äußert: so hatte er, dünktmich, keinen neuen und blinden Trieb zyr Vegeta-tion dem Geschöpf anzuschaffen nöthig. Jeder Theilmit seiner lebendigen Kraft thut das Seine, undso wird bey der ganzen Erscheinung das Resultatvon Kräften sichtbar, das sich in solcher und keinerandern Zusammensetzung offenbaren konnte. Wir-kende Kräfte der Natur sind alle, jede in ihrer Art,lebendig: in ihrem Innern muß ein Etwas seyn,das ihren Wirkungen von außen entspricht; wie csauch Leibnitz annahm, und uns die ganze Ana-logie zu lehren scheinet. Daß wir für diesen inner»Zustand der Pflanze oder der noch unter ihr wirken-den Kräfte keinen Namen haben, ist Mangel unsrerSprache: denn Empfindung wird allerdings nur vondem inncrn Zustande gebraucht, den uns das Ner-vensystem gewahret. Ein dunkles Analogon indeßmag da sevn, und wenn cs nicht da wäre, so würde
uns