5» Ideen zur Philosophie
unsrer Erde: dieses ist Bildung, bestimmte Ge-stalt, eignes Dnseyn. Keinem Wesen kann diesgenommen werden: denn alle seine Eigenschaften undWirkungen sind darauf gegründet. Die unermeßlicheKette reicht vom Schöpfer hinab bis zum Keimeines Sandkörnchens, da auch dieses seine bestimmteGestalt hat, in der es sich oft der schönsten Kristal-lisation nähert. Auch die vcrmischtcsten Wesen fol-gen in ihren Theilen demselben Gesetz; nur weil soviel und mancherley Kräfte in ihnen wirken, undendlich ein Ganzes zusammen gebracht werden sollte,das mit den verschiedensten Bestandtheilcn dennocheiner allgemeinen Einheit diene: so wurden Ucber-gange, Vermischungen, und mancherley divcrgirendeFormen. Sobald der Kern unsrer Erde, der Gra-nit , da war, war auch das Licht da, das in dendicken Dünsten unsres Erdchaos vielleicht noch , alsFeuer wirkte; es war eine gröbere mächtigere Luft,als wir jetzt genießen, es war ein vermischteresschwangeres Wasser da, auf ihn zu wirken. Die an-bringende Saure lösete ihn auf, und führte ihn zuandern Steinarten über; der ungeheure Sand unsersErdkörpers ist vielleicht nur die Asche dieses verwitter-ten Körpers. Das Brennbare der Luft befördertevielleicht den Kiesel zur Kalkerde, und in dieser or-ganisirten sich die ersten Lebendigen des Meers, dieSchalengeschöpfe: da in der ganzen Natur die Ma-terie früher, als die vrganisirte lebendige Formscheinet. Noch eine gewaltigere und reinere Wirkungdes Feuers und der Kalte ward zur Krystallisationerfordert, die nicht mehr die Muschelform, in dieder Kiesel springt, sondern schon eckigte geometrischeWinkel liebt. Auch diese andern sich nach den Be-
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