Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 3 (1820) Ideen ; 1
Entstehung
Seite
VI
Einzelbild herunterladen
 

VI

Vorrede.

sich jetzt in ihrer alten Gestalt vor's Auge desPublikums wagen. Ich hakte es bemerkt, daßeinige Gedanken meines Merkchens, auch ohnemich zu nennen, in andre Bücher übergegangenund in einem Umfange angewandt waren, anden ich nicht gedacht harre. Das bescheideneAuch" war vergessen; und doch war mir's nieeingefallen, mit den wenigen allegorischen Wor-ten: Kindheit, Jugend, das männliche,das hohe Alter unfcrs Geschlechts, derenVerfolg nur auf wenige Volker der Erde ange-wandt und anwendbar war, eine Heerstraße aus-zuzcichnen, auf der man auch nur die Ge-schichte der Kultur, geschweige die Philo-sophie der ganzen Mensche ngefchichremit sicherm Fuße ausmcffcn konnte. WelchesVolk der Erde ist es, das nicht einige Kulturhabe? und wie sehr käme der Plan der Vorse-hung zu kurz, wenn zu dem, was Mir Kul-tur nennen, und oft nur verfemte Schwachheitnennen sollten, jedes Individuum des Menschen-geschlechts geschaffen wäre? Nichts ist unbe-stimmter, als dieses Wort, und nichts ist trüg-licher, als die Anwendung desselben auf ganzeVölker und Zeiten. Wie wenige sind in einemkultivieren Volke kultivirt? und in wasffst die-ser Vorzug zu setzen? und wiefern trägt er zuihrer Glückseligkeit bcy? zur Glückseligkeit ein-zelner Menschen nämlich: denn daß das Abstrak-tum ganzer Staaten glücklich seyn könne, wennalle einzelne Glieder in ihm leiden, ist Wider-