Jedes Individuum ist Mensch, folglich denkter die Kette seines Lebens fort. Jedes Individuumist Sohn oder Tochter, es ward durch Unterrichtgebildet, folglich bekam es immer einen Theil derGedrinkenschatze seiner Vorfahren frühe mit, undwird sie nach seiner Art weiter reichen; also ist aufgewisse Weise „kein Gedanke, keine Erfin-dung, keine Vervollkommnung, die„nicht w eite r, fast ins Unendliche re l-„c h e." So wie ich keine Handlung thun, keinenGedanken denken kann, der nicht auf die ganze Un-crmeßlichkeit meines Daserns natürlich hinwirke;so gibt es kein Geschöpf meiner Gattung, das nichtmit jedem buch für die ganze Gattung undfür das fortgeh ende Ganze der ganzenGattung wirke. Jedes treibt eine große oderkleine Welle: jedes verändert den Zustand der ein-zelnen Seele, mithin das Ganze dieser Zu-stande, wirkt immer aufandre, verändert auchin diesen etwas — der erste Gedanke in derersten menschlichen Seele hangt mit dem letzten inder letzten menschlichen Seele zusammen.
Ware Sprache dem Menschen so angeboren,als den Bienen der Honigbau; so zerfiele mit Ein-mal dies größeste prächtigste Gebäude in Trümmer.Jeder brachte sich sein wenig Sprache auf dieWelt, oder da doch das „auf die Welt bringen"für eine Vernunft nichts heißt, als sie sich gleicherfinden — welch ein trauriges Einzelne würde da-mit jeder Mensch! Jeder erfindet seine Rudimente,stirbt über ihnen, und nimmt sic ins Grab, wie