Lehrmeinungen und Gebräuchen. 4»5
Natur nicht zu finden, aus ihrer übersinnlichenFreiheit emporsteigen soll, als ob diese nicht zurNatur gehöre."
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„Verbannen wird man jene neukappadocischeSprache, die allen unsern Vorfahren unverständlich,in keine fremde Sprache übersetzbar ist. In ewigenTavtologieen und ellenlangen Zwitterworten laufengrobe Spulräder schnurrend umher, an die im rohe-sten Knotensaden jeder hölzerne Kopf hinanspinnet,was nach seiner Meinung von Anbeginn der DingeGott und Menschen gedacht haben müssen, wennsie achte Religionsphilosophcn waren. Kaum fandenWir uns auch in Vortragen der Religion einer ausdem Latein übersetzten scholastischen Schulsprachehalb und halb entkommen: so stürzt, Wolke aufWolke, ein Stein - und Gewücmregcn neuer Wort-formeln hinan und überschüttet Lehrstühle, Kanzelnund Altäre. Etwas anders als diese kappadocischeSprache haben die Frechen nicht gelernet."
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So der Ungenannte. Wollten wir, meine Brü-der, der gestimmten Sprache unsrer Vorfahren,Luthers und so viel andrer würdigen Schriftstellerunsrer Nation entsagen? sie in den Schatten drän-gen, weil sie dieses neuen Dialekts unkundig, freiund natürlich schrieben? Der Religion gebührt dieSprache des Volks, eine reine herzliche Verstan-dessprache.
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Und da von Erasmus und Luthers Zeiten ansich auch in unsrer Nation so viele würdige und