Lehrmcinungcn und Gebräuchen. 363
Lebens sie an StammcSideen erinnerten undan der Religion ihrer Vater fcsthiclten; was Wun-der, daß mosaische Religion, d. i. strenge Pünkt-lichkeit und genaue Bemerkung in ihrenCharakter überging, und sie allenthalben zum Wech-sel-und Buch haltenden Volk machte?Durch die Scheingrundsatze andrer Völker von po-litischer Ehre und Unehre wurden sie selten verlocketoder beschämt; das Judenthum selbst, ihr angebli-cher Stammesvorzug, ward mit der Zeitfolge ihrStammes-Charakter.
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Begreiflich wird es, wie gerade in diesemVolk ein Mann aufstand, der über die Vorurlhcileseines Volks erhoben, die Religion zu seinemHauptgedanken machte. Auf seinem Standort sahund fühlte er die drückenden Folgen einer jüdischenStamm - und Landes-Religion mehr als ein Frem-der sic fühlen konnte, der sie blos verachtete undverwarf. Den Grund derselben aber die alte Fa-milien-Re l i g i 0 n, die Religion der Väterkonnte und wollte Er, ihr Eingcborner, nicht ver-achten: denn vom Landesgcsetz gesondert war sie dieReligion des Menschengeschlechts, die Reli-gion der Völker.
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Nur wer sollte beide thätig sondern? Prophe-tenstimmen sind unwirksame Stimmen; sie strafen,belehren, warnen, über den Erfolg aber vertröstensie auf die Zukunft. Selbst bei Christus war csNatur der Sache gewesen, daß er zuerst seine