Lehrmeinungen und Gebrauchen. 337
Blut eines unschuldigen Sühnopfers bezeichnet ge-wesen war. Und cs erfolgte wirklich daraus eineneue Verfassung, die ohne seinen Tod gewißnicht erfolgt wäre.
i3.
Jetzt ward ihnen also die Zeit, die eine schei-dende Krisis gewesen war, heilig: denn an ihrwar geschehen, wodurch nach ihrer Ueberzeugung dieBefreiung der Welt bewirkt ward ; der Heilige wardaufgeopfert und ihnen wiedergeschenket. Mithin wardihnen das zuletzt mit ihm gebrochene Brod, so wieder von ihm weissagend umhergereichte Kelch Eu-charistie, ein Kelch des Danks und derFreude. Sein Andenken foderte sie auf, dieWahrheit zu bekennen wie Er: wie Er zu seyngroßmüthig-schonend, edel - verzeihend, Uebel tilgend,das Böse mit Gutem überwindend, hoffnungsreichund getrost auch vorm Angesicht des Todes. Daseinst traurige Prasagium war ihnen ein tröstlichesAndenken Seiner.
14.
Was aus dem Abendmahl ferner worden sei?Hievon möchten wir die Augen gern wenden. UnterHeiden, die ihre Opfermahlzciten damit vermisch-ten, ward es bald ein Bacchanal, das man durchden Ausdruck eines Liebcsmahls (a/crirae) christia-nisirte. Mit Scharfe redet Paulus gegen diese Ver-wirrung der Begriffe, „daß man nicht unterscheideden Leib des Herrn" (von Götzen- oder andernMahlzeiten) und ihn also zum zweitenmal morde.
Herders Werke z. Rel. u. Theol. XII. st)