der Well Heiland.
45 r
scheinlichste Antwort möchte senn, weil sie solchenicht erzählen durften, ohne eine nahe an Jerusa-lem noch lebende Familie dem Haß aufzuopfern,der dem Lazarus namentlich den Tod geschworenhatte. (Joh. 12, 9 —rr.) Johannes aber konntesie erzählen, da zu dieser Zeit Jerusalem wahr-scheinlich nicht mehr stand, und jene freundschaftli-che Familie in Bethanien vielleicht schon bei ihremFreunde in der andern Welt war.
Freilich beruhet die Geschichte damit auf Jo-hannes Glaubwürdigkeit allein. Beruhet daraufnicht aber Alles, was Er allein erzählet? undrecht betrachtet, füget sich nicht auch nach den an-dern Evangelien alles charakteristisch zu dieser Ge-schichte? Das Christenkhum war langst gegründet,und es bedurfte keiner Erzählung vom erwecktenund vielleicht schon wieder verstorbenen Lazarusmehr, um ihm Eingang zu verschaffen. Johannesmeldet die Geschichte, als die ihm bekannte nächsteVeranlassung zum Rath Kaiphas und zum Ent-schluß des Synedriums, Jcsum aus der Well zuschaffen; wäre wohl eine Veranlassung natürlicher,ortmäßiger als diese? So lange Christus in Ga-liläa sein Wesen hatte, ließ man ihn walten; wasaber in Jerusalem und vor seinen Mauern geschah,beschleunigte die politischen Ucbcrlcgungcn undSchlüsse, (m, 47 — 67.) die aus der Sache selbstso unmittelbar hcrvorgehn, als ob sie gestern ge-schehen wären.
34 .
Stehen wir jetzt, nahe dem Ausgange des
Ff 2