Vom Erlöser der Menschen. 827
sam, alles leere Ceremonienwesen, jedes National-anrecht an einen besondern Gott, endlich auch jeneleere Spekulation aus, die über das innere WesenGottes grübelt. — So wenig ein Kind über dieMöglichkeit der Existenz seines Vaters speculirt,sondern solche in erwiesenen Wohlthaten gegebenannimmt , indem es ihn als den Urheber sei-nes Daseyns, als seinen Erhalter, Versor-ger und Erzieher betrachtet: so wenig kann derallgemeine Vater der Menschen als ein Problemaufgelöset, als ein Theorem dcmonstrirt, oder ir-gend als ein ausschließender Nationalgott mit leerenpolitischen Ceremonien verehrt werden. Der GottEhristi war der allein Gute, (Matth, rg, 17.)das Ideal der Güte und Liebe; ein Vater, derin das Verborgene stehet, und dies verbor-gene Gute vergilt; (Matth. 6, 6. r8.) ein Geist,den man nur im Geist und in der Wahrheit an-betet. (Joh. 4, 24.) Der reinste, fruchtbarste undinnigste Begriff von Gott ward also durchs Ehri-stenthum zum populärsten für alle Menschen; er istder Grund der ganzen Religion Jesu.
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Denn aus diesem Begriff folgerte Jesus nichtnur kindliche Ehrerbietung, Liebe über alles undein ungcmessencs Zutrauen zu diesem väterlichenWesen, sondern auch Nachahmung Gottes,als eines Urbildes der Gerechtigkeit undBilligkeit, einer allgemeinen Güte undGroßmuth. (Matth. 5 , 44 — 48.) Er wecktein Menschen als in Kindern Golteö das Göttli-