»92 Vom Erlöser der Menschen.
Als die Väter der Kirche endlich zwischen all,gemein angenommenen, z weise! haftenund völlig unächten Schriften unterschieden,und sich allmählich aus der Tradition und dem Ge-brauch ein gesetzmäßiger Kanon sammlete; werbürgt uns für diesen Kanon? Hatte man nichtSchriften untcrgehen lassen, die man hätte erhal-ten sollen? erhielt man nicht andre, weil sie dergewonnenen Gestalt der Kirche gemäß waren ? Undwo ist der Kanon geschlossen worden? Nirgend,oder zu einer Zeit, da man ihn gewährleistendgar nicht mehr schließen konnte, zu Ende desvierten Jahrhunderts.
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Diese und andre Zweifel über die Evangelienwerden laut gesagt oder sie schleichen umher, undtreten ungestüm oder leise ans Licht, nachdem derZweifler cs zu thun waget. Man hält die Ur-kunden des ChristenlhumS für ein Gebilde unkriti-scher Jahrhunderte, dessen Gcburtsstatte man nichtweiß, das sich aber allgemach zusammensügte, durchEonvenienz Ansehen erhielt, dem endlich in dertiefsten Dunkelheit die Zeit ihr mächtiges Siegelausdrückte. Wie man in den mittleren Jahrhun-dcrten die Helden des Ehristenthums mit den Fa-belhclden der Urwelt auf einen Boden stellte: sostehen bei vielen jetzt die Evangelien dicht an derSeite der schlechtesten, d. i. der jüdischen Ro-mane. *)
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*) Man erlasse mir das lange Vcrzeichniß der Schrif-