Vom Erlöser der Menschen.
schricbener Evangelien auch nur Erwähnung. „Das„konnte deshalb nicht ftyn, weil sie noch nicht ge-schrieben oder wenigstens noch nicht bekannt waren."Eben dadurch aber bleiben sie als spätgeschriebcne,von den Aposteln nicht bekräftigte Schriften ver-haftet. Sie gingen lange mit andern Evangelien,zum Lheil den schlechtesten Apokryphen umher, bisendlich die Kirche wählte.
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Und wo dann, und nach welcher Regel wähltedie Kirche? Unlaugbar ist es zwar, daß von meh-reren sogenannten Kirchenvätern des zweiten unddritten Jahrhunderts Stellen nach und nach ausallen vier Evangelien angczogen sind; unlaugbar,daß sie alle vier ins erste Jahrhundert gehören, undgar bald das Ansehen apostolischer Schriften,(eines -ÜL-n erhielten. Da diese Vater aber
auch nebst ihnen zugleich apokryphischc, mitunteräußerst schlechte Schriften unverworfen anführen,war ihr Urtheil kritisch genug, um für dieseSchriften zu entscheiden ? Die meisten der Kirchen-vater sind nicht eben als Kritiker bekannt; der Zu-stand der ersten Kirche, die Unwissenheit und Ar-mulh der ersten Christen, der Druck der Verfol-gung, unter dem sie lebten, ihr guter Glaube, dieEntfernung ihrer Lehrer von heidnischen Studien,die wenigen Bibliotheken damaliger Zeit, der Man-gel kritischer Hülfsmittel im Abschreiben und Ver-gleichen der Texte: diese und andre Umstande,
stellen sie uns wohl jeden Abschnitt, jeden Buch-staben unsrer Evangelien sicher?