Vom Erlöser der Menschen. 178
der Zeitrechnung seines Lebens und Todes. Er istwie ein vom Himmel gefallenes Palladium, dassich der Erzählung nach, eben so entziehet, als cssich mitthcilte.
5.
Ein gewisser Widerspruch scheint seine Ge-schichtschreiber in Mehreren, zu verfolgen. Zweioder drei derselben setzen den Vortrag ihres Lehrersin Denk - und Machtsprüche, in kurze moralischeSatze und Gleichnisse; auch die Auslegung dieserGleichnisse wird von ihm so kurz und bestimmtgegeben, daß nach ihnen der Charakter dieses Man-nes äußerste Praciflon zu seyn scheinet. Der vierteEvangelist läßt ihn in langen, oft harten Allegoriensich selbst wiederholen, bisweilen auch so rathselhaftsprechen, daß man kaum glauben kann, es sey derJesus der andern Evangelisten. Was Jene anfüh-ren , führt Dieser nicht an; und wo er etwas an-führen muß, erzghlet ers auf andre Weise. Wemsollen wir nun trauen? wessen Bild ist wahr?Sprach Christus, wie ihn Johannes darstellc? oderwie ihn seine drei andern Evangelisten malen?
6 .
Und im Vortrage der Lehren selbst wie erscheintdieser himmlische Lehrer? Die wenigen moralischenSatze, die er rein oder in Gleichnissen vortrug,bedurften sie so vieler Wunderwerke? bedurften sieeiner übernatürlichen Sendung? Und wie wenigedergleichen haben die Evangelisten uns geschcnket!Wer würde nicht gern eine Reihe wiederholter