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Religion und Theologie Theil 11 (1829) Christliche Schriften ; 1
Entstehung
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171
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als Glauben, Geschichte und Lehre. 171

für die Geschichte des Christenthums nicht unbe-trächtlich: denn diese träte damit wenigstens in dasLicht eines natürlichen Zusammenhanges,über den man frei sprechen darf. Kein Rettungs-mittel ist unwürdiger, als eine schleichende Verheim-lichung. Eine Sache zugeben, deren Gegentheilman bei sich selbst glaubet, und daraus Folgenherleiten, deren man sich bei sich selbst schämet, isteine niedrige Heuchelei, Christen ganz unanständig.Eine Sache im Dunkel lassen, die in diesem Dun-kel nolhwendige Widersprüche mit sich führet, z. B.daß Personen, die Lebenslang edel handeln, spre-chen und schreiben, das ganze Werk ihres Lebensdennoch auf einen Betrug gründen, den sie sichselbst wissentlich erfanden, und den sie jetzt Zeitle-bens unter Verfolgung, Noch und Todesgefahr be-haupten; daß ungelehrte Fischer und Zöllner sichein Reich Gottes erdenken, das sie aus dem Mun-de ihres^Lehrcrs nie hatten annehmen wollen, jetztaber zur unglücklichsten Zeit selbst erfinden; dieseund andre Widersprüche, nebst der ganzen Geschichteder Evangelien, im Dunkel lassen, und sich den-noch zum Christenthum bekennen, scheint mir eineSchwäche, der kein beherztes Gemüth fähig seynsollte. Träte also das Factum der Wie-derauflebung Christi zuvörderst nur alswahre Begebenheit in das Licht eineru n z u be zw e i fe ln d e n Geschichte: so fallen nichtnur diese schleichende Widersprüche weg, sondern dieEntstehung des Christenkhums selbst, die Verände-rung im Gemüth der Apostel, daraus Evangelium,das sie von jetzt an verkündigen, die Standhaftig-