als Glauben, Geschichte und Lehre. 109
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Der folgende Tag, der Sabbat, verstrich, undTages darauf frühe kommen einige Freudinnen desVerstorbenen, den Leichnam zu salben. Sie sehendie Grabhöhle offen und hören die Nachricht: „euer„Verstorbener ist nicht hier; er ist aufcr standen,,und hi n w eg g e g a ng en. In Galiläa will er„seine Freunde Wiedersehen, und vor ihnen daseyn;„saget es ihnen." So urkundlich und glaubwürdigdie Nachricht vom Tode des Gekreuzigten ist, soglaubwürdig muß unter solchen Umständen auchdiese von seiner Wiederauflebung im Grabe seyn:denn sie beruhet auf dem Glauben derselben Ge-schichtschreiber. Das Hinbescheiden seiner Freundenach Galiläa kann uns dabei auch nicht fremdedünken: denn Galiläer waren sie; und der Ge-tödtcte hatte sie zum Fest nach Jerusalem zumThcil wider ihren Willen mit sich geführet. Hierwar ihm auf eine so schimpfliche und ungerechteWeise begegnet; er war aus der Zahl der Leben-digen weggcstrichen, und bürgerlich ein Ehrloser,Verfluchter, Verabscheueter worden. Hier hatte Eralso nichts mehr zu schaffen: denn seinen Feinden,oder gar öffentlich sich zu zeigen, (wie so manchees unbesonnen verlangt haben,) wäre die unbeson-nenste Sache der Welt gewesen. Zum zweitenmalsollte und wollte er nicht ergriffen, gebunden, ver-höhnet, verspciet, mit Fäusten geschlagen, gegeis-selt und gekreuzigt werden; für diese Welt hatteEr vollendet. Im Tempel zumal durfte nach jü-dischen Begriffen der Vermalcdeyte gar nicht mehrerscheinen. Also gehörte nach Galiläa, was fürihn noch zu thun war.