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Religion und Theologie Theil 11 (1829) Christliche Schriften ; 1
Entstehung
Seite
108
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Unterwcges kann er das Krcutzesholz nicht tra-gen; und man muß einen Fremden dazu nöthigen,daß ers ihm tragen helfe. Um neun Uhr Morgenswird er mit Händen und Füßen nackt an den Pfahlgeschlagen, und hangt sechs Stunden daran. Umdrei Uhr nach Mittag ruft er laut um Hülfe, klagtüber Durst, ruft:es ist aus, ich sterbe!"ruft dieses laut und verscheidet.

3 .

Der Ccnturio, der unter dem Kreuz die Sol-datenwache hat, wundert sich, daß er mit solchemGeschrei ungewöhnlich verscheidet. Der Richter, vondem man den Leichnam zum Begräbniß begehret,wundert sich, daß er schon todt sey; er laßt denCcnturio kommen, erkundigt sich, und da er denTod des Gekreuzigten wirklich bestätigt höret, «er-stattet er den Leichnam zu begraben.

4 -

Ja vorher hatte ein Kriegsknecht schon, derden Gekreuzigten die Beine zu zerschlagen kam,und diesen schon todt fand, nach wilder Soldatenartin die Seite des Gestorbenen gestochen, und dakein Leben sich an ihm äußert, und nur wässerigesBlut aus der Wunde fliesset, ihn als todt aufge-gcben. Todt ward Jesus vom Kreuze genommen,mit Spccerei in leinene Tücher gehüllct und nachjüdischer Weise, selbigen Tages noch, vor Unter-gang der Sonne in die geräumige Grotte eines na-hen Gartens gclcgrt.