92 Von der Auferstehung,
ciuS. ,,Dcr Staub muß wieder zur Erde werden,„von der er genommen ist," sagte ein späteres Buch;(Predig. Salomo 12, 7.) „der Hauch kehrt wieder„zu Gott; der ihn gab." Offenbar eine Anwen»düng der Schöpfungsgeschichte nach Moses Erzäh-lung; an eine metaphysische Unsterblichkeit der Seeleist dabei so wenig zu denken, als an eine physischeRückkehr zum allgemeinen Weltgeist, den die Ebräernicht kannten. Wohl aber war's jedem Israelitenfrei, zu beten: „In deine Hände befehle ich mei-
„ncn Geist! Dir, der mir ihn gab, gebe ich mei-„nen Lebens-Hauch wieder."
16.
Das Buch der Weisheit ist das Erste, das dieUnsterblichkeit hoch empor hebt, und gegen ihreVerächter eifert; indessen geschiehst auch dieses inHüllen alter jüdischer Einkleidung. „Der erschaf-fende Gott hat den Tod nicht gewollt; er hat„kein Vergnügen am Untergänge der Lebenden.„Zum Seyn schuf er alles; heilbringend sind die„Geschlechter der Welt, und ist kein Todesgift in„ihnen; das Reich der Schatten ist nicht auf Er-„den. Denn Gott hat den Menschen zur Unsterb-„lichkeit geschaffen; ein Bild seiner eignen Eigen-„thümlichkeit und Bestandheit. *) Nur durch den„Neid des Teufels kam Tod in die Welt und die
*) Offenbar glaubte dieser Schriftsteller, daß derMensch, wie er geschaffen war, ewig hätte lebensollen, weil er Gottes Bild war.