66 Von der Auferstehung,'
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Die Vorstellung des Schattenreiches wardhei den Ebräern, wie bei andern Völkern, durchDichter fortgebildet. Diesen war es ein geräu-miges Land, weil alles dahinkehrt, der Königund Knecht, der Dränger und der Gedrängte, derReiche und Arme. Unterirdische Ströme«mrauschcn es, fürchterlich ist sein Eingangund keine Rückkehr aus demselben. Bald ward csein dunkler Pallast mit Pforten undRie-geln, in welchem der Tod als ein Tyrannherrschte. Unbestechlich, unbezwingbar ist seineGewalt; kein Freund kann von ihr erlösen, keinBruder loskaufen; das Löscgeld ist zu hoch;, ermuß es in Ewigkeit aufgeben. Die Klagen, Bit-ten, Danksagungen und Lehren, die aus dieser Vor-stellung in Hiob, in den Propheten und Psalmenentspringen, gehören zu dem Rührendsten, was jein der menschlichen Sprache und Dichtung gesagtward: denn die Sache selbst ist dem Menschen,der darüber nachdenkt, das Schwerste im Leben.*)
*) Die Schriftsteller über das Schattenreich der Ebräersehe man in Eichhorns Bibliothek derbiblischen Literatur Bd. ll. S. 651; an-geführt und gebrauchet. Ob es gleich angemerkr,daß in den früheren Schriften der Ebräer keineSpur von Lraumerscheinungen der Verstorbenenvorkommt, die bei andern Völkern viel Anlaßzum Glauben einer Fortdauer nach dem Lode ge-geben haben; so können wir doch, wenn auch die