»m erstell christlichen Pfingstfest. 77
unS an ihre Stelle fetzen, wie schwer jsts, ein Ge-bäude, zu welchem noch kein Anfang gemacht wor-den , zu welchem man noch nicht den mindestenRaum stehet, sich zu gedenken, und Geistigkeitender Zukunft sich ins Leere Hinzumalen! Sie ver-standen Christum also nie, wenn er ihnen von sei-nem schon nahenden Tode sagte, oder widersprachenihm ins Antlitz; ja da er ihnen diesen im Sym-bol des gebrochenen Brotes selbst zu kosten gegebenhatte, zankten sie noch unter einander um den Vor-rang in seinem irdischen Reiche. Christus sagtalso deutlich: „bleibe ich bei euch, so kommt der„Geist der Belehrung nie zu euch; nur nach mei»„nein Hingange kann und wird er euch werden."
Er ward ihnen auf einem harten, unebnenWege. Der schmachvolle Tod ihres Freundes zer-nichtete alle ihre Hoffnungen; auch die kleinste Fasereiner irdischen Erwartung mußte, nicht ohne Schmerzund Betäubung, ihrem Innersten dadurch völligentrissen werden.
Aber dieser Schmerz war heilsam: denn nundachten sie nach. Allein, verlassen, verwaiset, demSpott ausgesetzt fühlten sie sich; da sprach der Auf-erstandene zu ihnen und cntrathselte ihnen den ein-zigen, den ganzen Sinn seines Reiches. VierzigTage lang, (die Zahl der Tage, in welchen Mosesals Mittler des alten Gesetzes zwischen Gott unddem Volk stand) ließ er sich unter ihnen sehen undunterredctc sich mit ihnen von dieser neuen Ver-fassung der Dinge, bis endlich, ihnen ganz entzo-gen, er ihnen seinen Geist sandte. Die siebenmal