64 Von der Gabe der Sprachen
jetzt zu rechter Zeit: denn Jedermann hatte langstauf ihn gewartet.
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Und was hätten Wir uns jetzt dcßhalb zubekümmern, wie dieser neu bildende Geist damalsdie mancherlei Sprachen in Harmonie und Accordgebracht habe? Ob er sich nicht auch Accomodario-nen erlaubt? ob er dem mystischen Sinn nicht zusehr nachgchangen habe? — Wer zweifelt daran?Das ganze N. T. ist voll Accomodatio-ne n. Sogar gesucht wurden diese, es ward aufsie als auf ein Kunstwerk der Composition gerech-net. Der Sache selbst aber schadete dies so wenig,daß es vielmehr von dem prägnanten Ueber-fluß der Kräfte zeigt, die damals wirkten undim Spiel waren. Denn ist ganz und gar keinanderer Zweck, kein anderer Inhalt in Moses undin den Propheten, als dieser Jesus von Nazareth,von welchem sie Alle zeugen: (Apost. 3 , 21. 24.Kap. 10, 43. u. f.) so durste das kleinste und grös-seste Geräth dieser alten Rüstkammer, der unschein-barste Nagel der alten Stiftshütte zum Gebäudedes neuen geistigen Pallasts dienen. Aus allerGeschichte und Materie ward dieser Geist gezogen;alles war Typus, dessen Bedeutung jeder nachbestem Sinn und Muth herausziehen mochte. Diesthar jeder nach seiner Weise; Paulus, Johannes,Matthäus, Petrus, jeder hat seine Glosse undSprache. In allen aber wirkt ein Geist; alle deu-ten nach Einem Principinm, zu Einem Endzweck.
Wir