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Religion und Theologie Theil 11 (1829) Christliche Schriften ; 1
Entstehung
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56 Von der Gabe der Sprachen

zum Schauspiele der Welt, zur Nachäffung jedesEitlen vor den Augen der Versammlung machen zuwollen, gar dabei seine Ucbcrzeugung zu tauschen,und die heiligsten Dinge zu mißbrauchen; das istnicht nur langweilig und verächtlich, sondern zuletztlächerlich und abscheulich.

i6.

Also glaube ich auch drittens nicht, daßselbst die, die in ihren ersten glücklichen Stundendie Gaben des Geistes aufs vorzüglichste empfangenhatten, dieselben je haben feilstellen, eigenmächtigrühmen, oder in eine Kirchengcwohnheit ver-wandeln wollen; keine rechtschaffene Seele ist die-ses Betruges fähig. Paulus dankt Gott für dieGaben, die er einst empfangen hatte; er prangtaber nie mir ihnen, und thut Alles, daß andrenicht damit prangen sollten. Mit dem offenbarenGrunde des Unzweckhaften, leitet er von der un-sichern Jungenbegeisterung, zum Verstände, zurErkenntniß, zur vorsichtigen Weisheit, vor allenaber zur Liebe, die er vorzüglicher als alle Men-schen - und Engelzungen achtet; der ganze Briefan die Korinther ist hievon Zeuge. Johannes inseinen Briefen spricht von keinen Zungcngaben; erverweiset einzig auf die Salbung, auf das könig-lich-ruhige Gefühl der Wahrheit, das uns vorallem Jrrthum bewahret. Sein Evangelium ver-spricht den Geist, aber nicht als eine vorübergehendeJungcngabc; vielmehr als einen bleibenden Freund,der uns den Frieden giebt, einen Frieden, der Her-zen und Sinne, mithin auch die Junge bewahret.