2N Von der Gabe der Sprachen
jetzt diese Anrede kalt laßt; die Juden damals ge-wiß nicht also. *)
') Daß damals die Erwartung eines neuen Reichesder Welt, einer allgemeinen Umwandlung derDinge unter einem großen Könige sehr verbreitetgewesen, davon findet man außer den Schriftender Juden, auch den Jvsephus, selbst bei römi-schen Schriftstellern, Suetonius, LacituSSpuren. Virgil würde seinen Pollio kaumin solchen Bildern gedichtet haben, wenn sie nichtaus altern Dichtern, aus sibyllinischen Weissa-gungen u. s. bekannte, damals beliebte Bildergewesen wären. (S- Heyne -»-Aniii. kollion.x. 66. Opar. VirZil. D. I.) Zu Vespasians,Constantins Zeiten lebten diese Hoffnungen hieund da wieder auf. — Mir ist noch keine Schriftbekannt, die diesen Gegenstand, die damali-gen Erwartungen einer goldnen Zeit,die Versuche, die Philosophen, Ketzer,Schwärmer dazu jetzt und dann aufsneue machten, im Zusammenhänge beleuchtetund verfolgt hatte. Es herrschte eine sonderbareVermischung morgenländischer, afrikanischer u. a.Ideen damals in der Welt, die gewiß alle Auf-merksamkeit verdienet, und uns zuletzt auf denSatz zurückführr, daß wenn Dinge, Reli-gionen, Verfassungen und was es sey,sehr alt und verfallen sind, man neuebegehre, und daß unter einem allge-meinen, geistlichen oder weltlichenDruck sich der menschliche Geist nach