Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
Entstehung
Seite
367
Einzelbild herunterladen
 

Zwölf Provinzialblätter. 267

Und so auch nicht an der Predigt, die denHandel schlichtet! Immer reiflich und wohl-überlegt aufs ganze Leben— und ja nichtfeurig und eifrig in diesem ersten Um-stande des Lebens — ich begreife nichts! Stetsauf die Pflicht oder vielmehr mit Einem Wort auftausend Pflichten hinausgesehen — und also nichthjnausgeschen : h i n a u s g e d äm m er t! Dunkel

schwach etwas davon gefühlt! also dunkel schwachberathschlagt — künftigen Sonntag wieder berath-schlagt — daß immer nichts wird. Aber „der Grundder Seele bleibt doch so weich" — und nachsum-mend ! das Summen mag ich kaum erregen, an-hören oder dulden ! Freilich Demosthenes und Cicerosummeten nicht also : sie klärten auf, sie ü b e r-zeugten, gaben Entschlüsse, gewiß nichtblos auf die Viertelstunde: denn Demosthenes warnicht Trommelschläger vorm Heer im Moment desAngriffs: war Rathschlager, wie zehn mit ihm undzehn ihm entgegen: aber Prediger war er frei-lich nicht. Er wußte was er sprach! wohin eSgieng! und wozu! und wodurch! -

Der allgemeine Widerwille gegen Predigten istbekannt, und man hat eine weite Landerei eröffnet,ihn zu erklären und zu placken; „das natürlicheVerderben der Menschen! Haß gegen die Religion"u. dgl. ohne scharf zu untersuchen, ob nicht dieGefäße, in denen Religion erscheint, auch dazu bei-tragen mögen? Nun glaube ich, daß kein gesun-der Mensch unangenehmer bewirlhct werden kann, alsdaß ihm was und immer was und doch immernichts — ein feierlicher Dunst gegeben werde,