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286 Ideen zur Philosophie
morgenländische Philosophie das Systemder Religion erklären, anwenden und lautern woll-ten; sie wurden als Ketzer unterdrückt und verfolget.Am tiefsten schien die Lehre des Man es cinzu-greifen, die mit der alten persischen Philosophie nachZoroasters (Zcrduscht) Weise zugleich ein Institutsittlicher Einrichtung verband und als eine thatigeErzieherin ihrer Gemeinen, wirken wollte. Sie wardnoch mehr verfolgt, als theoretische Ketzereyen, undrettete sich ostwärts in die tibetanische, westlich indie armenische Gebirge, hie und da auch in europäi-sche Länder, wo sie allenthalben ihr asiatisches Schick-sal vorfand. Längst glaubte man sic unterdrückt,bis sie in den dunkelsten Zeiten aus einer Gegend,aus welcher man's am wenigsten vermulhete, wieauf ein gegebnes Zeichen hcrvorbrach und auf einmalin Italien, Spanien, Frankreich, den Niederlanden,der Schweiz und Deutschland einen entsetzlichen Auf-ruhr machte. Aus der Bulgarey kam sie hervor,einer barbarischen Provinz, um welche sich die grie-chische und römische Kirche lange gezankt hatte; dawar unsichtbar ihr Oberhaupt, das, anders als derrömische Papst, Christo in Armuth ähnlich zu seynvorgab. Geheime Missionen gingen in alle Länder,und zogen den gemeinen Mann, insonderheit fleißigeHandwerker und das unterdrückte Landvolk, aber auchreiche Leute, Grafen und Edle, besonders die Frauen,mit einer Macht an sich, die auch der ärgsten Ver-folgung und dem Tode trotzte. Ihre stille Lehre, dielauter menschliche Tugenden, insonderheit Fleiß, Keusch-heit und Eingezogenheit predigte, und sich ein Zielder Vollkommenheit vorsteckte, zu welchem die Ge-meine mit strengen Unterschieden geführt werden sollte,