242 Ideen zur Philosophie
bare» zerstöret. Bis in die Tatarey und die mon-golischen Länder, ja bis ins abgeschlossene Tsinadrangen durch sic die edelsten Wissenschaften desmenschlichen Geistes; in Samarkand sind astronomi-sche Tafeln verfaßt, und Aeitepochen bestimmt wor-den , die uns noch jetzo dienen. Die Zeichen unsrerRechenkunst, die Ziffern, haben wir durch die Ara-ber erhalten; die Algebra und Chemie führen vonihnen den Namen. Sie sind die Vater dieser Wis-senschaft, durch welche das menschliche Geschlechteinen neuen Schlüssel zu den Geheimnissen der Na-tur, nicht nur für die Arzneykunst, sondern für alleTheile der Physik auf Jahrhunderte hin crlastgt hat.Da sic, ihr zu gut, die Botanik minder trieben,und die Anatomie, ihres Gesetzes halben, nicht trei-ben durften: so haben sie durch Chemie auf die Arz-neymittel, und auf die Bezeichnung der Krankheitenund Temperamente durch eine fast abergläubige Be-obachtung der AeußeruNgeN und Zeichen derselbendesto mächtiger gewirket. Was ihnen Aristoteles inder Philosophie, Euklides und Ptolemaus in derMathematik waren, wurden GalenuS und Diosko-rides in der Arzneykunst; obwohl nicht zu laugnenist, daß hinter den Griechen die Araber nicht nurBewahrer, Foctpflanzer, und Vermehrer, sondernfreylich auch hie und da Verfälscher der unentbehr-lichsten Wissenschaften unsres Geschlechts wurden.Der morgenländlsche Geschmack, in welchem sie vonihnen getrieben waren, hing auch in Europa denWissenschaften eine lange Zeit an, und konnte nurmit Mühe von ihnen gesondert werden. Auch ineinigen Künsten, z. B. der Baukunst, ist Vielesvon dem, was wir gochischen Geschmack nennen,