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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
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4 Ideen zur Philosophie

macht, als durch die Gebirge. Hier sitzt sie aufihrem ewigen Thron, sendet Strome und Witterungaus, und vcrtheilet so wie das Klima, so auch dieNeigungen, oft auch das Schicksal der Nationen.Wenn wir also Horen werden, daß Völker, jenseitdieser Gebirge an jenen Salz- und Sandseen derungeheuren Tatarey, oder in den Wäldern und Wü-sten des nordischen Europa Jahrhunderte oder Jahr-tausende lang wohnhaft, auch in die schönsten Gefil-de des römischen und griechischen Reichs eine Wan-dalisch - Golhisch - Scythisch - Tatarische Lebensweisebrachten, deren Mcrkmahle Europa noch jetzt in man-chem an sich tragt: so wollen wir uns darüber we-der wundern, noch uns einen falschen Schein derKultur anlügen, sondern wie Rinaldo in den Spie-gel der Wahrheit sehen, unsre Gestalt darin aner-kennen, und wenn wir den klingenden Schmuck derBarbarey unsrer Vater hie und da noch an unstragen sollten, ihn mit achter Kultur und Humanitätder einzigen wahren Zierde unsres Geschlechts, edelvertauschen.

Ehe wir also zu jenem Gebäude treten, das un-ter dem Namen der Europäischen Republikberühmt und durch seine Wirkungen auf die ganzeErde merkwürdig oder furchtbar geworden: so lassetuns zuerst die Volker kennen lernen, die zu demBau dieses großen Riesentcmpels thätig oder leidendbeytrugen. Freylich reicht das Buch unsrer nordi-schen Geschichte nicht weit: bey den berühmtestenVölkern erstrecket es sich nur bis auf die Römer,und so wenig ein Mensch die Annalen seiner Geburtund Kindheit weiß, so wenig wissen cs diese , zumalbarbarische und verdrangete Nationen. Die Reste